Vom 7. bis 10. Mai nahm unsere Schule mit vier Hochrad-Kindern an den Deutschen Schulschachmeisterschaften der U13 in Bad Homburg teil. Qualifiziert hatten wir uns zuvor durch den souveränen Erfolg beim Hamburger Schulschachpokal. Damit stand bereits die dritte Teilnahme in Folge an einer Deutschen Meisterschaft der WK4 auf dem Programm, ein schöner Beleg dafür, dass sich das Hochrad mittlerweile als feste Größe im deutschen Schulschach etabliert hat.
Die Anreise verlief erfreulich entspannt: Die Bahnfahrt war pünktlich und problemlos, sodass wir ohne Stress in Bad Homburg ankamen. Untergebracht waren wir in einer gut ausgestatteten Jugendherberge, die ein sehr geeignetes Quartier für eine solche Veranstaltung war.
Am Freitag begann schließlich das Turnier. In Runde 1 gelang uns ein perfekter Auftakt: Gegen Jena stand am Ende ein souveräner 4:0-Erfolg auf dem Spielberichtsbogen.
In Runde 2 wartete erneut ein Gegner aus Thüringen auf uns, diesmal das Staatliche Gymnasium Melissantes aus Arnstadt. Elena und Raphael konnten ihre Partien gewinnen und brachten uns früh mit 2:0 in Führung. Leider gelang es uns an den beiden übrigen Brettern nicht, die Stellung zu halten, sodass die Begegnung schließlich mit einem 2:2-Unentschieden endete.
Auch Runde 3 verlief spannend. Gegner war die Mannschaft aus Laupheim, nominell nicht allzu stark besetzt, die jedoch sehr gutes und kämpferisches Schach spielte. Diesmal konnten wir die ersten beiden Bretter früh gewinnen, mussten jedoch an Brett 3 und Brett 4 Niederlagen hinnehmen. Damit stand erneut ein 2:2 auf dem Ergebniszettel.
Zum Abschluss des ersten Wettkampftages ging es in Runde 4 gegen Magdeburg. Hier zeigte unsere Mannschaft noch einmal ihre ganze Stärke und sicherte sich mit einem klaren 4:0-Erfolg einen erfreulichen Tagesabschluss.
Am Nachmittag standen verschiedene Freizeitangebote zur Auswahl. Während Elena die Schwimmarena unsicher machte, zog es die Jungs gemeinsam mit Volker auf die Minigolfanlage, die nahezu komplett von Schachkindern belegt war. Dort entwickelte sich ein mindestens ebenso spannender Wettkampf wie am Schachbrett, diesmal allerdings mit Ball und Schläger. Am Ende hatte der „Senior“ tatsächlich knapp die Nase vorn. 😅
Der zweite Turniertag begann mit Runde 5 gegen Dresden. Noch waren wir ungeschlagen und wollten diese Serie natürlich fortsetzen. Leider klappte das nicht ganz: Zwei verlorene Bretter und zwei Remis bedeuteten die erste Niederlage des Turniers.
In Runde 6 wartete dann mit dem Titelverteidiger, dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin, ein echter Brocken. Doch unsere Mannschaft fand eindrucksvoll zurück in die Erfolgsspur und fegte mit einem überraschend klaren 4:0-Erfolg über den Gegner hinweg.
Zum Abschluss des zweiten Tages ging es gegen unsere Nachbarn aus Schleswig-Holstein, genauer gesagt gegen Bad Oldesloe. An den Brettern entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 2:2-Unentschieden. Damit lagen wir in der Tabelle auf einem guten 7. Platz. Besonders bemerkenswert: Nach Brettpunkten gehörten wir zu den beiden besten Teams des gesamten Turniers. Ein paar mehr knappe Siege und dafür weniger Unentschieden wären besser, aber das kann sich ja nicht backen…
Den freien Nachmittag nutzten die Kinder zum Fußballspielen zusammen mit den Kids vom MRG, der anderen Hamburger Schule im Turnier, oder einfach zum Toben und Zeit verbringen mit neu gewonnenen Freundinnen. Abends folgte mit dem gemeinsamen Grillen auf der großen Terrasse ein weiteres Highlight der Veranstaltung. In lockerer Atmosphäre wurde gegessen, gelacht und natürlich weiter über Schach gesprochen.
Am Sonntag standen schließlich die beiden Schlussrunden an. In Runde 8 ging es gegen Nürnberg, eine wirklich stark besetzte Mannschaft. Um noch Chancen auf die Top 5 zu haben, musste unbedingt ein Sieg her, entsprechend motiviert gingen alle an die Bretter. Elena musste ihrem starken Gegner als Erste Tribut zollen, und auch Luca kam über ein Remis nicht hinaus. Raphael und Emeric kämpften zwar unermüdlich weiter, gingen dabei aber teilweise zu hohe Risiken ein beziehungsweise machten in Zeitnot entscheidende Fehler. So endete die Runde schließlich mit einer deutlichen 0,5:3,5-Niederlage.
In der Schlussrunde gegen Falkensee aus Brandenburg war dann etwas die Luft raus. Dennoch reichte es noch zu einem versöhnlichen 2:2-Unentschieden.
Am Ende sprang damit Platz 11 unter insgesamt 36 teilnehmenden Mannschaften heraus. Ein Ergebnis, das sich absolut sehen lassen kann. Nach Brettpunkten hätte es sogar für einen geteilten dritten Platz gereicht, doch entscheidend ist nun einmal die Mannschaftswertung.
Insgesamt war es eine tolle Veranstaltung, bei der die vier Kinder nicht nur starkes Schach zeigten, sondern auch jede Menge Spaß hatten. Die Mischung aus Wettkampf, Teamgeist und gemeinsamen Aktivitäten machte die Meisterschaft erneut zu einem besonderen Erlebnis.
Herzlichen Dank an die Schule für die Unterstützung und auch ein großes Dankeschön geht an das Organisationsteam um Simon Claus, das das Turnier professionell und souverän vorbereitet und durchgeführt hat. Sollte uns im kommenden Jahr erneut die Qualifikation in Hamburg gelingen, kommen wir sehr gerne mit dem Hochrad wieder nach Bad Homburg zurück.
Text und Bilder: Volker Schilling