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Gebietserweiterung ohne Krieg?

5. Dezember 2016


Geographie

Den Wandertag am 24.11.2016 nutzten wir, das Experiment-Erde-Profil, um uns im Rahmen des Wissenschaftsjahr 2016*17 Meere und Ozeane vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ,  die Arte-Dokumentation “Die Eroberung der Weltmeere – Und die Macht der Wissenschaft” über die Aufteilung der Ozeane anzusehen. Begleitet von Herrn Kümmerling und Frau Sörensen trafen wir uns nach der 4. Stunde im Zeise-Kino um die Vorstellung zu besuchen. Anschließend hatten wir die Chance einem Gespräch mit einer Expertin zuzuhören und ihr Fragen zu stellen.

Die Dokumentation beginnt mit der Geschichte von Tom McClean, der 1885 zum winzigen Felsen Rockall im Nordatlantik gefahren ist und dort 40 Tage verbrachte. Er tat dies damit der Felsen und damit auch ein gewisser Bereich um den Felsen offiziell zu Großbritannien gehören würde, und die Engländer Anrecht auf in der Nähe entdeckte Rohstoffe und Fischgründe haben. Dies ist nur eine Form des Kampfes um die territorialen Ansprüche am Meer. Früher endete die Landesgrenze mit der Küstenlinie, Länder zählten höchsten einen schmalen Streifen vor der Küste (die Drei-Meilen-Zone) noch zu ihrem Machtbereich.  Nachdem aber erkannt wurde, dass am Meeresgrund und in den darunter liegenden Erdschichten wertvolle Rohstoffe wie Erdöl und -gas und Minerale wie Diamanten und Mangan zu gewinnen sind, erhoben viele Küstenstaaten -zunächst die USA- territoriale Ansprüche auf die Gewässer vor ihrer Küste. Dabei konkurrieren teilweise benachbarte Staaten um die Gebiete, die zu beiden Staaten gehören könnten. Wir erfahren in der Doku auch weiteres über die Entdeckung und Erforschung des Meeresbodens. Zunächst wurde 1982 festgelegt, dass Küstenstaaten ihr Hoheitsgebiet auf eine Zwölf-Meilen-Zone auszuweiten dürfen. Bei angrenzenden Staaten wurde sich auf eine Mittellinie geeinigt, die die Hoheitsgewässer trennt. Um die Besitzansprüche der Länder wissenschaftlich zu unterlegen wurden verschiedene Methoden entwickelt, mit denen bestimmt werden sollte, wem die Weltmeere gehören. Das Stichwort hierbei ist der Festlandsockel. Der Festlandsockel ist die Fortführung der Landmasse unter Wasser. Es wurde also argumentiert, dass der Festlandsockel noch zum Land gehört, und die Abmessung der Zonen erst am Ende des Festlandsockel beginnen sollte. Heute haben Staaten dafür zwei Möglichkeiten. Sie können den Bereich bis 60 Meilen hinter dem Festlandsockel für sich beanspruchen. Oder aber sie beweisen, dass die Sedimentschicht, die sich dem Festlandsockel anschließt, in einer gewissen Entfernung vom Festlandsockel noch so dick ist, dass sie ebenfalls noch zum Staatsgebiet zählt. Um die Behauptungen der Staaten zu überprüfen wurde eigens die sogenannte Festlandsockelkommission gebildet. Dazu wurde der deutsche Karl Hinz interviewt, der ehemaliges Mitglied der Festlandsockelkommission ist, und starke Kritik an der Kommission äußerte.

Im Gespräch mit der Expertin danach erfuhren wir besonders viel über die Manganknollen, die am Meeresgrund wachsen und aus denen das namensgebende Mangan und andere Mineralien gewonnen werden können. Wir sprachen über zukünftige Nutzung der Meeres und insbesondere des Meeresbodens. Diese interessante Exkursion passte zu unserem Geographie-Semesterthema marine Ökosysteme, sowie zum PGW-Semesterthema internationales Recht, und gab uns die Möglichkeit etwas über unseren üblichen Tellerrand hinauszublicken.

Rubén Soofizadeh S3

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