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Experiment Erde auf der Suche nach Flüchtlingsunterkünften

20. Juli 2016


Geographie

„FindingPlaces Hamburg“

Hamburger Bürger auf der Suche nach Flüchtlingsunterkünften

 

Unser Profil ‚Experiment Erde’ hat am 10. Juni 2016 im Rahmen des derzeitigen Geografie-Themas „Stadtentwicklung“ und der damit im Kontext stehenden aktuellen Flüchtlingsproblematik an einem Workshop zur Suche nach geeigneten Bebauungsflächen für zukünftige Flüchtlingsunterkünfte teilgenommen.

Durchgeführt wurde der Workshop von ‘FindingPlaces’, einem Kooperationsprojekt der HafenCity Universität und der Stadt Hamburg. Das Projekt ‘FindingPlaces’  soll die Suche nach geeigneten städtischen – vereinzelt auch privaten –  Flächen für Flüchtlingsunterkünfte unterstützen und gibt Hamburger Bürgern hierdurch Gelegenheit über mögliche Standorte gemeinsam zu diskutieren und Anregungen zu geben. Das Konzept von ‘FindingPlaces’ ist deutschlandweit einzigartig und umfasst insgesamt 42 Workshops für jeweils 40 Teilnehmer. Mithilfe digitaler Stadtmodelle des „City Science Lab“, welche auf interaktive Kartentische projiziert werden, können Hamburger Bürger geeignete Flächen für Flüchtlingsunterkünfte vorschlagen. Aufgeteilt sind die Workshops nach den sieben Bezirken Hamburgs, damit die Expertise und Ortskenntnis der Workshop-Teilnehmer genutzt werden kann.

Die gesamte Technik hinter den Workshops hat uns sehr beeindruckt. So bekamen wir beispielsweise durch die interaktiven Kartentische, die das Stadtmodell des Bezirks Altona zeigten, einen super Überblick, welche Bereiche (farblich unterschiedlich eingefärbt) sich gut oder weniger gut für Flüchtlingsunterkünfte eignen. Nach einer kurzen Einführung zum Sinn und Zweck von ‚FindingPlaces’, begaben wir uns mit den anderen Teilnehmern an den ersten Kartentisch, um uns für drei Bereiche Altonas zu entscheiden, die wir in die detaillierterer Suche nach möglichen Unterkünften mit einbeziehen wollten. Dabei tauchte gleich das erste Problem des Workshops, zumindest aus der Sicht unseres Profils, auf. Wenn man 40 Leute um einen Tisch herumgruppiert, wird es schwer, allen eine gute Sicht auf den Plan zu ermöglichen, geschweige denn alle Beteiligten in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Netterweise wurden wir als Schüler und jüngste Teilnehmer, bei der Entscheidungsfindung und Diskussion – zumindest dem Anschein nach – besonders berücksichtigt. Doch bei fortschreitender Diskussion schien es, als wollten gewisse Erwachsene die Suche nach einem geeigneten Platz gerne – ganz demokratisch – alleine durchführen. Doch, wir wussten uns durchzusetzten, nicht wahr Herr Kümmerling?

An der zweiten Station befassten wir uns dann mit der näheren Überprüfung der bereits ausgewählten Gebiete, sogenannter „Frames“. Hierbei galt es Privateigentum, Natur- und Lärmschutz, Sozialstruktur des Gebiets und die Anbindung an Infrastruktur zu berücksichtigen. Und schon wurde deutlich, wie schwer es ist, eine Bebauungsfläche ohne Einschränkungen zu finden. Ebenfalls an der zweiten Station diskutierten die Teilnehmer über die mögliche Größe einer Flüchtlingsunterkunft auf der zur Verfügung stehenden Fläche, d.h. wie viele Menschen auf diesem Gebiet untergebracht werden könnten. Bei diesen Diskussionen gingen die Meinungen oft deutlich auseinander. Dadurch aber, dass Vertreter der Stadt und Fachexperten unter den Teilnehmern waren, konnten diese bei solcherlei Fragen zu Rate gezogen werden. Manchmal wäre ein Hinweis eines Experten direkt zu Beginn der Besprechung einer geplanten Fläche sinnvoller als am Ende einer langen Diskussion gewesen. Wenn das ausgewählte Gebiet aus unbestimmten Gründen ohnehin nicht infrage kommt oder wer weiß warum von der Stadt nicht genehmigt werden würde, hätte man sich die Diskussion ja auch sparen können.

Durchaus belustigend waren die Teilnehmer, die nur anwesend zu sein schienen, um ihre politische Meinung kund zu tun und immer in Zwist mit Andersdenkenden gerieten. Nur lästig und nervig, dass dies die Gruppe von dem eigentlichen Ziel einer Unterbringungsfindung eher ablenkte als dem Ziel näher zu bringen. Leider gab es auch einige Teilnehmer, die ausschließlich Flächen möglichst weit entfernt von ihrem eigenen Zuhause liegend, vorschlugen.

Zum Ende des Workshops wurden Bebauungsflächen für mehrere Hundert Flüchtlinge gefunden. Diese Vorschläge wurden von der Stadt Hamburg innerhalb von zwei Wochen auf ihre Eignung geprüft. Die Ergebnisse der Prüfung können hier im Internet eingesehen werden. Wir sind sehr gespannt auf das weitere Vorgehen der Stadt und die Umsetzung unserer Ergebnisse für den Bezirk Altona!

Franziska Westermann, S2

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